Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft – Besuch am ZALF

Posted by on Mai 11, 2017 in BLOG, Slideshow, Transformationsforschung
Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft – Besuch am ZALF

Von Anna Hampf

Am 27. April 2017 trafen PromotionsstipendiatInnen des Themenclusters „Transformationsforschung“ der Heinrich-Böll-Stiftung mit ExpertInnen des ZALF e.V. in Müncheberg zusammen, um gemeinsam über die Rolle der Landwirtschaft im Transformationsprozess zu mehr Nachhaltigkeit zu sprechen.

Der Begriff der „Großen Transformation“ wurde im Jahr 2011 vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU, 2011) neu geprägt und meint den Umbau von Industriegesellschaften hin zu einer klimaverträglichen, ressourcenschonenden und nachhaltigen Weltwirtschaftsordnung. Die Landwirtschaft ist neben der Urbanisierung und dem Energiesektor eines von drei zentralen Transformationsfeldern und steht vor besonderen Herausforderungen: sie muss einerseits dem steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln, Bioenergie und stofflich genutzter Biomasse gerecht werden, andererseits ist sie für etwa ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, die es zu reduzieren gilt, um das auf der UN-Klimakonferenz in Paris (COP 21) gesteckte Ziel der maximalen Erderwärmung auf 2°C zu erreichen.

Das interdisziplinär aufgestellte Promotionscluster sprach mit Dr. Marcos Lana vom Institut für Landnutzungssysteme über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und mögliche Anpassungsstrategien am Beispiel des Bundesstaates Santa Catarina in Brasilien. Dr. Stefan Sieber und Michelle Bonatti vom Institut für Sozioökonomie gaben einen Einblick in die Herausforderungen der ländlichen Bevölkerung in Tansania sowie mögliche Innovationsstrategien für mehr Ernährungssicherheit. Doktorandensprecher Martin Schmidt vom Institut für Landschaftssystemanalyse berichtete von seinen Erfahrungen aus einem Projekt zur Resilienz Steigerung und Einkommensdifferenzierung des halb-nomadischen Afar-Volkes in Äthiopien. Ein lokales Beispiel für die Rolle der Landwirtschaft im Transformationsprozess, stellte Maria Busse vom Institut für Sozioökonomie vor, die sich in ihrer Doktorarbeit mit akzeptanzsteigernden Maßnahmen von Nachhaltigkeitsinnovationen im Biosphärenreservat Spreewald beschäftigt. Abgerundet wurde das Programm durch einen Besuch der Feldversuche unter Leitung von Dr. Dietmar Barkusky, der mit dem Cluster über ökologischen Landbau und Alternativen zum Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel sprach.

In einem abschließenden Welt-café diskutierten die PromotionsstipendiatInnen der Heinrich-Böll-Stiftung darüber, welche allgemeinen Bedingungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Landnutzung es gibt und wie die Landwirtschaft vom Verursacher zum Vermeider des Klimawandels werden kann.

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